Avaya Blog

In unserem Blog teilen Mitarbeiter und ausgesuchte Autoren ihre Erfahrungen aus den Bereichen Telekommunikation, Netzwerk, Kundendialog und Carrier Services.
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Wie Daten, KI und selbstlernende Maschinen den Kundendialog verändern

Sprachassistent in Ausbildung

Als ich vor einigen Jahren das erste Mal einen digitalen Sprachassistenten benutzte, war es keine Liebe auf den ersten Ton. Es war eher eine Mischung aus Belustigung und Frust, denn meine Anfragen produzierten deutlich mehr Nachfragen als Antworten.

Wie in einer echten Beziehung braucht es eben eine Weile, bis man sich wirklich gut versteht. Wir Menschen lernen einander kennen und verstehen, die Maschinen tun es auch. Das klingt zunächst etwas abwegig, ist aber genau so, denn jede Anfrage wird gespeichert, analysiert und mit anderen Anfragen abgeglichen. So entstehen einerseits riesige Datenmengen, anderseits auch digitales Wissen, das von den Sprachassistenten sinnvoll genutzt werden kann. Wo früher Nachfragen kamen, antwortet das System heute schnell und erstaunlich sachkundig.

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Ich erinnere mich noch öfter an die Mitte der 90ger Jahre als Sprachkommunikation alles war. 0130 und 0180 schossen wie Pilze aus dem Boden. Das Sprachaufkommen wuchs und Unternehmen benötigten Technologien, um die rasant steigenden Anforderungen zu bewältigen. Automatische Sprachdialogsysteme (IVR) waren damals die Lösung. Zunächst halfen sie dabei, Anrufer zu segmentieren. Später waren sie sogar in der Lage, über Self-Service-Systeme Serviceanfragen völlig autark abzuarbeiten. Ganz ohne menschliches Eingreifen.

Bei meinen Gesprächen in den Gesundheitseinrichtungen werde ich vermehrt nach Technologien gefragt, das Personal gegen Übergriffe zu schützen. Dieses Thema blieb bisher in den Notaufnahmen, Stationen und Pflegeeinrichtungen. Gesprochen wurde darüber gar nicht oder nur intern.

Es ist fast ein Jahrzehnt her, dass der Zusammenbruch von Lehman Brothers und der Verkauf von Merrill Lynch die Welt in die schlimmste Wirtschaftskrise seit fast einem Jahrhundert stürzte. Unternehmen, vor allem kleinere und mittelständische mit 50, 100 oder 200 Mitarbeitern, mussten neu überdenken, wie sie den laufenden Betrieb finanzieren.

Digitalisierung durchdringt alle Lebensbereiche mit steigender Anzahl von Endgeräten und neuen Geschäftsprozessen rund um Virtualisierung und Cloud Computing. So wird zum Beispiel eine Wachstumsprognose von 30% für Cloud-Computing bis 2018 von Goldman Sachs gegeben, was einen Faktor 6 des Wachstums für IT-Enterprise Lösungen entspricht. Dabei wird auch das jährliche Datenvolumen im Schnitt um 22% von 90 Exabyte auf über 194 Exabyte bis zum Jahr 2020 ansteigen.

Der Wille zur Digitalisierung ist im Mittelstand vorhanden. Das konnte ich in vielen Gesprächen, die ich in den letzten Monaten geführt habe, deutlich feststellen. Besorgniserregend hingegen sind einerseits die Vorstellung über die Auswirkungen der digitalen Transformation auf das eigene Business als auch die Zeitvorstellungen bei der Umsetzung. Ja, die Auftragsbücher sind voll, die Mitarbeiter gut beschäftigt. Doch das Ausmaß der Veränderungen und vor allem deren Geschwindigkeit können wie ein Tsunami wirken und ganze Unternehmen in Nischen drängen oder gar ganz auslöschen.

Bei meinen vielen Besuchen in mittelständischen Unternehmen erlebe ich immer wieder Situationen, die den derzeitigen Einzug von Arbeiten 4.0 herrlich widerspiegeln. Das Szenario sieht – etwas überspitzt dargestellt – so aus: Ein Büro mit zwei Arbeitsplätzen. Auf der einen Seite sitzt ein älterer Kollege. Nennen wir ihn mal Herbert. Sein Schreibtisch ist mustergültig aufgeräumt. Alle Akten wurden ordentlich nach Vorgängen gestapelt, die Wiedervorlagemappe wartet auf Aufmerksamkeit, die sie auch bekommt, sobald die Post-it-Aufkleber am Bildschirm abgearbeitet sind.

Technisch war der Einsatz von Video und telemedizinischer Diagnostik schon lange möglich. Jetzt machen die Krankenkassen auch budgettechnisch den Weg frei. Dadurch eröffnen sich für Ärzte und Patienten ganz neue Möglichkeiten, da knappe Ressourcen einfacher erweitert werden können. Dies gilt gleichermaßen für Personal wie auch für die Ärzte selbst, die aufgrund der eingesparten Fahrten mehr Zeit für Ihre Patienten haben. Videosprechstunde mit visueller Verlaufskontrolle.

Genau wie in der Transport-Branche ist die Infrastruktur ein entscheidendes Kriterium für den Erfolg eines Unternehmens – sprich wie schnell und wie durchgängig kann ich meine Ware an die Kunden ausliefern und eben auch „Rohstoffe“ von meinen Lieferanten beziehen. Im Bereich Verkehr ist die Modernisierung und Ausbau der Infrastruktur bereits voll im Gange und wird mit Milliarden Investitionen vom deutschen Staat und der Europäischen Union gefördert.

Digitale Transformation, Digitalisierung, Arbeiten 4.0, Industrie 4.0 oder das Internet der Dinge (IoT) – es gibt viele Begriffe für die Chancen, die uns technische Fortschritte bringen. Dabei ist es ganz einfach: Digitalisierung bedeutet für jedes Unternehmen eine andere Reise in die Zukunft.

 

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