Carrier Services - immer die richtige Verbindung

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Digital, VoiP, QoS, PoE, & Co. Was Sie beim Netzwerk beachten sollten!

Digital, VoiP, QoS, PoE, & Co. Was Sie beim Netzwerk beachten sollten!

Mit dem Ende von ISDN übernehmen IP-Netzwerke vollständig den Kommunikationsjob im Unternehmen. Ausgenommen sind digitale Systemtelefone, die über die Kommunikationslösung angesteuert werden. Das ergibt immer dann Sinn, wenn die bestehende Verkabelung mit bereits gekauften Geräten weiter genutzt werden soll. Langfristig werden diese Geräte jedoch modernen IP-Telefonen weichen. Sie benötigen keine eigene Verkabelung, lassen sich zwischen Netzwerkdose und Computer schalten und sind einfacher zu warten. Allerdings gibt es beim Aufbau von Voice-over-IP-fähigen Netzwerken einiges zu beachten.

Quality of Service – Vorfahrt und Route beachten!

Ob eine E-Mail in einer oder zehn Sekunden ankommt, ist in den allermeisten Fällen völlig unerheblich. Anders sieht es bei Echtzeitkommunikation aus. Abgehackte Gespräche und schlechte Videoübertragungen verderben die Freude am Kommunizieren. Mehr noch: Sie führen zu Produktivitätseinschränkungen und verärgern Mitarbeiter, Kunden und Partner.

Um das zu verhindern, müssen Sprach- und Videodatenpakete bevorzugt behandelt werden und in einem gleichmäßigen Datenstrom auf einem einheitlichen Weg transportiert werden. Was dazu notwendig ist, wird unter dem Begriff „Quality of Service“, kurz QoS zusammengefasst.

Dahinter verbergen sich eine Reihe von Maßnahmen, die dafür sorgen, dass die zur Verfügung stehende Bandbreite optimal genutzt wird. Das passiert beispielsweise durch MPLS (Multi Protocol Label Switching), RSVP (Ressource Reservation Protocol), VLANs und DiffServ (Differentiated Services).

Nun soll dieser Blogpost keine Masterarbeit werden. Deshalb nur eine sehr grobe Erklärung für diese wichtigen Begriffe:

  • MPLS sorgt bei WAN-Verbindungen dafür, dass die Daten in definierter Bandbreite und auf zuvor festgelegtem Weg zum Ziel geleitet werden. Dadurch können Qualität und Sicherheit der Verbindung genau definiert werden.
  • RSVP erlaubt es Routern, Bandbreiten für bestimmte Applikationen zu reservieren. Dadurch stellen Sie sicher, dass für Echtzeitkommunikation ausreichend Bandbreite zur Verfügung steht. Und zwar auch dann, wenn beispielsweise große Dateien geladen werden.
  • VLANs teilen das Netzwerk in virtuelle Netze auf. So können beispielsweise alle IP-Telefone in einem virtuellen Netz gesammelt und damit vom übrigen Netzwerkverkehr abgeschirmt werden. Durch die Trennung lassen sich wiederum unterschiedliche Zugangsregeln definieren, was das gesamte Netzwerk sicherer macht.
  • DiffServ wertet die Header der Datenpakete aus und weist diesen Verkehrsklassen zu. Diese werden dann vom Router ausgewertet, worauf dieser Datenpaketen mit höheren Verkehrsklassen, wie sie zum Beispiel Datenpakete der Echtzeitkommunikation enthalten, Vorfahrt einräumt.

Warum dieser technische Exkurs? All-IP bietet zahlreiche Vorteile, doch um die Möglichkeiten auszuschöpfen müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen. Prüfen Sie deshalb vor der Umstellung, ob Ihre Netzwerkgeräte Quality of Service unterstützen. Falls nicht, sollten Sie diese durch modernere Geräte ersetzen.

PoE und Energiesparfunktionen – Vereinfachen und sparen

Hinter dem Kürzel „PoE“ verbirgt sich „Power over Ethernet“. Soll heißen, die Betriebsspannung für Endgeräte wird über das Netzwerk geliefert. Dadurch lassen sich beispielsweise Telefone und Access Points ohne zusätzliches Netzteil betreiben. Das spart viel administrativen Aufwand und sichert zudem den Betrieb der Endgeräte, denn wie schnell ist ein Netzteil defekt oder einem unaufmerksamen Mitarbeiter zum Opfer gefallen.

Ebenfalls wichtig sind die Stromsparfunktionen der Switche. Dank des „Switching Sleep Modes“ sparen Sie bei einem 350 Watt Switch bis zu 150 Euro Stromkosten pro Jahr. Erreicht wird das, indem die Switches die Leistung pro Port zu vordefinierten Zeiten reduzieren. In der Regel sind das die Nachtstunden, in denen die Büros der meisten Unternehmen unbesetzt sind. Wichtig: Das Herunterfahren der Leistung führt nicht zu Funktionseinschränkungen bei den angeschlossenen Geräten. Sie sind weiter einsatzbereit, was beispielsweise bei Nottelefonen von entscheidender Bedeutung ist.

WLAN, DECT und VoiPMobilität auf dem Campus

Im Rahmen der Umstellung von ISDN auf All-IP müssen auch für mobile Mitarbeiter neue Lösungen gefunden werden. Hier bieten sich IP-DECT-Lösungen an, denn sie verbinden die neue IP-Welt mit der bewährten DECT-Technik. Gerade in großen Unternehmen, wie zum Beispiel Krankenhäusern, gehören mobile Telefone zur notwendigen Grundausstattung. Sie bieten beste Sprachqualität und sichere Übernahme zwischen einzelnen Basisstationen. Mit IP-DECT bleiben die Vorteile erhalten und die mobilen Geräte fügen sich nahtlos in die neue Infrastruktur ein.

Alternativen sind Voice-over-WLAN-Lösungen. Sie bieten erst seit kurzem den gleichen Komfort. Sicher ist das allerdings nur, wenn Sie das System von nur einem Anbieter beziehen. Das liegt daran, dass die Standards für diese Art der drahtlosen Kommunikation entweder noch ganz jung oder noch gar nicht verabschiedet sind. Deshalb setzen die Anbieter auf proprietäre Lösungen, die eine saubere Übertragung und sicheres Handover zwischen den Access Points ermöglichen.

Fazit

Prüfen Sie Hardware, Infrastruktur und Einzellösungen sorgfältig darauf, ob sie für die All-IP-Welt geeignet sind. Kompromisse zahlen sich nach unseren Erfahrungen nicht aus. Sie führen vielmehr zu Frust und Ausfällen, die bei einer sauberen Planung des Wechsels von ISDN auf All-IP nicht nötig sind.

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