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ISDN geht – All-IP kommt. Ein kleiner Ratgeber für den Mittelstand

ISDN geht – All-IP kommt. Ein kleiner Ratgeber für den Mittelstand

Für viele Unternehmen ist die Abschaltung des ISDN-Netzes bis Ende 2018 noch immer ein abstrakter Vorgang. Doch der Termin steht und die Abschaltung wird kommen. Eingeleitet wird sie häufig durch „Wechselangebote“. Reagieren Unternehmen nicht darauf, folgt die Kündigung des Anschlusses. Telefon und Internetzugang sind weg und wer nicht aufpasst, verliert auch noch die Rufnummern. Auch deshalb muss der Wechsel gut vorbereitet werden.

Warum das alles?

In den letzten knapp 20 Jahren sind Computer und Telefon immer weiter zusammengewachsen. In vielen Bereichen ist die nahtlose Vernetzung von Kommunikation und Applikation ganz normal geworden. Denken wir beispielsweise an CRM-Systeme, moderne Contact Center oder unsere Smartphones. Sie zeigen eigentlich am besten, wie integrierte Kommunikation aussieht: Telefonieren, Videochat, Messaging, Zugriff auf ein einheitliches Adressbuch und Apps, die sich ganz selbstverständlich all dieser Medienkanäle bedienen. Was liegt also näher, als diese Vorteile auch im alltäglichen Business zu nutzen?
Damit das funktioniert, brauchen alle Anwendungen eine einheitliche Basis. Diese ist zunächst das IP-Netzwerk. Darauf bauen alle weiteren Protokolle und Anwendungen auf. Mit dem limitierten ISDN-Netz wären solche Fortschritte nicht möglich. Deshalb haben sich die großen Provider, allen voran die Deutsche Telekom AG, entschieden, nur noch IP-Netzwerke zu betreiben. Und mit voranschreitendem Breitbandausbau, wird das alte ISDN-Netz 2018 in den Ruhestand gehen.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Der wichtigste Punkt: Sie müssen reagieren! Das ISDN-Netz wird definitiv abgeschaltet. Und je früher Sie sich mit den Optionen beschäftigen, umso reibungsloser verläuft die Umstellung. Je nach Unternehmensgröße, gemessen an der Anzahl der Telefonanschlüsse, bieten sich unterschiedliche Optionen an.

Für kleine mittelständische Betriebe

Kleinere mittelständische Unternehmen können mit einem VoiP zu ISDN Adapter ihre ISDN-Anlage weiter benutzen. Er vermittelt zwischen neuer und alter Technik. In der Regel kann die Telefonanlage weiter benutzt werden. Das sollte allerdings nur eine Notlösung sein, denn spätestens bei Problemen mit der alten ISDN-Technik werden Ersatzteilbeschaffung und Reparatur schwierig. Hinzu kommt, dass diese Unternehmen nicht von den vielen Vorteilen moderner All-IP-Technologie profitieren. Für die meisten ganz sicher ein Nachteil im stärker werdenden Wettbewerb.

Mittlere und große Mittelständler

Abschied in Raten

Größere Unternehmen sollten den direkten Weg in die neue IP-Welt nehmen. Wer sich schnell entscheidet, kann dabei sogar einen „sanften“ Weg wählen. Dabei wird ein Kommunikationssystem eingesetzt, das sowohl ISDN als auch All-IP nutzen kann. Der Vorteil ist: alles läuft erst mal weiter wie gehabt. Die Rufnummen funktionieren ebenso wie die gelernten Arbeitsprozesse. Auch die Telefone bleiben die alten. Damit sind Unternehmen zumindest für die Anschaltung gerüstet, ob neue Funktionen wie Voicemail, Messaging oder Web und Videokonferenzen während der Migration schon funktionieren, hängt von der gewählten Anlage und der Anbindung an das Internet ab.

Inhouse, hybrid oder Cloud?

Wer sofort und komplett in die All-IP-Welt starten möchte, kann sich zwischen drei Lösungen entscheiden. Entweder die gesamte Kommunikationslösung steht im eignen Unternehmen, teilweise in der Cloud mit Back-up im eignen Unternehmen (hybrid) oder alle Leistungen und Dienste werden aus der Cloud bezogen. Welche Lösung die richtige ist, muss sorgfältig evaluiert werden. Cloudlösungen sind beispielsweise schnell ausgerollt, flexibel, skalierbar und sie schonen das Budget. Allerdings benötigen sie stabile und breitbandige Anbindungen, denn fallen diese weg, geht gar nichts mehr.

Abhilfe schafft da eine hybride Lösung. Damit steht zumindest ein Teil der Kommunikationslösung im Unternehmen. Es sichert die interne Kommunikation und je nach Anbindung an das Internet auch die externe.

Wer ganz sichergehen möchte, behält die Kommunikationslösung im eigenen Unternehmen. Damit haben Sie jederzeit „alles unter Kontrolle“. Allerdings müssen Sie dann mit eigenen Ressourcen für Wartung und Betrieb der Systeme sorgen.

Eine generelle Empfehlung lässt sich nur schwer geben. Jede Lösung hat vor und Nachteile. Wichtig ist, dass Sie neben den attraktiven Features der All-IP-Technik auch die Risiken beachten. Sichern Sie Ihre Kommunikationslösung gegen Bedrohungen von innen und außen ab. Außerdem sollten Sie sorgfältig über die notwendigen Bandbreiten und deren zuverlässige Bereitstellung nachdenken.

Sicherheit und Schutz müssen sein

Bisher waren Telefonsysteme weitgehend sicher vor externen Angriffen. Mit der Migration auf IP-Netzwerke gelten die gleichen Regeln wie in allen Computernetzwerken: Es gibt immer Angreifer, die aus den unterschiedlichsten Gründen ihr Unwesen treiben. Und deren Anzahl wächst mit den Möglichkeiten. Schützen Sie Ihre Kommunikationslösungen deshalb vor Hackern, Spionen und auch vor den eigenen Mitarbeitern. Denn ob bewusst oder unbewusst kommen viele Angriffe und Fehlerquellen aus dem internen Netzwerk. Wie so ein Schutz mit Session Border Controllern aussehen kann, lesen Sie hier >>>

Auf die richtige Anbindung kommt es an

Mit dem Wechsel von ISDN auf All-IP verlagert sich die gesamte Kommunikation auf das IP-Netzwerk. Dieses muss wesentlich mehr Daten transportieren. Außerdem muss es für die Übertragungsqualität sorgen, denn Audio- und Videodaten wollen bevorzugt und gleichmäßig übertragen werden. Das setzt neben ausreichend Bandbreite auch Qualitätsmanagement voraus. Achten Sie also bei der Wahl der Hard- und Software darauf, dass Quality of Service (QoS) unterstützt wird. 

Und damit alles reibungslos funktioniert, müssen Sie bei der Wahl des Providers ebenfalls auf die Kriterien Bandbreite, Skalierbarkeit und Redundanz achten. Außerdem muss auch der Provider QoS unterstützen. Nur dann nutzen Sie alle Vorteile moderner IP-Kommunikation in bester Qualität.

Was gern vergessen wird

Sie arbeiten seit Jahrzehnten im Stillen: Alarmanlagen, Notrufsystemen (beispielsweise im Fahrstuhl), Messfühler, Schalter und viele andere automatische Einrichtungen. Viele davon transportieren ihre Informationen analog oder per ISDN. Prüfen Sie vor dem Umstieg sorgfältig, ob und wo es solche Helfer im Unternehmen gibt und ob diese in der neuen Umgebung funktionieren. So sparen Sie sich unliebsame Überraschungen.

Fazit

Die Abschaltung des ISDN-Netzes wird kommen. Einen Grund zu warten gibt es nicht. Die All-IP-Technologie ist ausgereift und bietet viele neue Funktionen, welche die Kommunikation von Unternehmen vereinfachen und beschleunigen. Noch können Sie sorgfältig planen und bei Bedarf „sanft“ migrieren. Doch die Zeit läuft.

Digital, VoiP, QoS, PoE, & Co. Was Sie beim Netzwe...
ALL-IP bringt neue Möglichkeiten, allerdings auch ...

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